Demo Baikal wertvoller als Oel

Der Olkonzern „Transneft“ plant eine Pipeline zur bauen quer durch das Einzugsgebiet des Baikalsees. Im Moment ist das Projekt noch in der Planungsphase, aber diese Plane konnten unsere Zukunft komplett verandern. Es hangt von uns ab, ob dies geschieht oder nicht.
Unsere Kampagne will den Bau von Olpipelines im Einzugsgebiet des Baikalsees verhindern und eine nachhaltige Entwicklung der Region fordern.
Unsere Forderungen an den Prasidenten und die Regierung:

Immer wieder demonstrieren die Burger im sibirischen Irkutsk und in der gesamten Region um den Baikalsee gegen die geplante, mit 4200 Kilometern weltweit bisher langste Ol - Pipeline von Zentralsibirien bis zum Japanischen Meer. Ein Teilstuck dieser Pipeline, welche im Auftrag von Transneft gebaut wird, soll mit einem Abstand von nur 800 Meter am Nordufer des Baikalsees entlang fuhren. Au?erdem wurde die Oltrasse 130 Flusse und Bache, darunter gro?e Zuflusse des Baikals, uberqueren. Wurden an diesen Stellen Unfalle passieren, ware eine schnelle Verbreitung des Ols im See wohl kaum zu verhindern.
Der Baikalsee, welcher seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehort, ist das gro?te Trinkwasserreservoir der Welt und enthalt 20% des gesamten Trinkwasservorrats der Erde. Das Okosystem des Sees konnte durch diese Pipeline vollkommen zerstort werden. Ausserdem wurde sie auch eine gro?e Gefahr fur Flora und Fauna darstellen. Viele Tier- und Pflanzenarten im und um den Baikalsee herum sind endemisch.
Zweimal ist der Bau in einer Abstimmung des Expertengremiums von Rostechnadzor (Umweltaufsichtsbehorde der Russischen Regierung) abgelehnt worden, da die Gefahrdung des Baikalsees zu gro? ware. Die Leitung von Rostechnadzor unter Konstantin Kulikowski lehnte allerdings die Entscheidung des eigenen Fachgremiums ab und ernannte 34 weitere, neue zustandige Experten, die sich in drei Gruppen mit einzelnen Abschnitten beschaftigen sollten. 2/3 der Experten wurde auf diese Art und Weise von einer intensiven Beschaftigung uber den kritischen Abschnitt am Nordbaikal ausgeschlossen bzw. teilweise gar nicht zur entscheidenden Sitzung eingeladen. Auch die Beteiligung der Offentlichkeit wurde stark beschrankt. So sprachen sich am 1.Marz 2006 37 der 60 Experten fur das Projekt aus, 26 der Experten waren nicht anwesend! Auch wenn das Projekt weiterhin stark umstritten blieb, genehmigte somit Rostechnadzor die baikalnahe Trassenfuhrung.
In den vergangenen Wochen kam es zu einer gro?en Protestbewegung: es wurden Briefe an Prasident Putin geschrieben, Demonstrationen organisiert, auf welchen Unterschriften gegen den Bau der Pipeline gesammelt wurden. Jedoch scheint die Regierung bisher nicht merklich auf die Proteste der Bevolkerung einzugehen.
Bislang schwiegen die Russischen Medien um die Problematik der Pipeline und auf die Warnungen von Wissenschaftlern gibt es, wie es zu diesem Zeitpunkt scheint, von offizieller Seite her keine Reaktion. Auch wenn das Gebiet im Norden des Baikalsees sehr erdbebengefahrdet ist und durch diese Umstande noch leichter Unfalle passieren konnen, wird von der Regierung aus technologischen und finanziellen Grunden auf der kurzeren Strecke entlang des Baikalsees beharrt.
Bisher hat auch die Drohung von UNESCO, den Baikalsee von der Liste des Weltkulturerbes zu streichen, sollte der Bau der Pipeline zustande kommen, noch keine Wirkung gezeigt. Auch wenn dies ein gro?er Prestigeverlust fur Russland ware, unternimmt die Regierung nichts, um das Projekt zu stoppen.
Es fanden bereits drei Demonstrationen unter dem Motto „Baikal, wir schutzen dich!“ in Irkutsk statt, die 3. am 22. April 2006. Fur diesen Tag waren auch Demonstrationen in Moskau, Ulan-Ude und weiteren Stadten um den Baikalsee angesetzt. Viele der Demonstranten drucken mit ihren Parolen und Plakate ihren Unmut gegen die Moskauer Politik aus. So ist auf den Plakaten immer wieder zu lesen: „Der Baikal ist kostbarer als Ol“ und „Verschmutzt doch die Umwelt in Moskau und lasst Sibirien sauber“. Organisiert werden die Demonstrationen und Aufklarung der Bevolkerung hauptsachlich von regionalen Umweltschutzorganisationen wie der „Baikalwelle“ und der „Baikalbewegung“ in Zusammenarbeit mit Greenpeace Russland.
Bereits im Juni sollte mit dem Bau der Pipeline begonnen werden, so ist also schnelles Handeln gefordert. In der Zwischenzeit ist es den Umweltschutzorganisationen gelungen, eine gewisse Verbreitung an Informationen durchzusetzen. In lokalen Zeitungen sind einige Berichte uber die Pipeline erschienen, doch die staatlich gelenkten Medien schweigen noch immer zu dem Thema. Wichtige Personlichkeiten Sibiriens wie der Autor Valentin Rasputin und sogar der von Putin eingesetzte Gouverneur der Irkutsker Region, Alexander Taschanin, sprachen sich vehement gegen das geplante Projekt aus.
Unterdessen hat Prasident Putin an einer Pressekonferenz mitgeteilt, die Route der Pipeline wurde geandert, doch bei diesem mundlichen Versprechen ist est bisher geblieben. Die unterschriebenen Vertrage wurden nicht geandert und somit fehlen noch jegliche juristisch verbindlichen Unterlagen.